GELENKERSATZ AN DER HÜFTE

Mit einer Hüftendoprothese werden der Oberschenkelkopf und die Hüftpfanne ersetzt. Ein Hüftschaft wird im Oberschenkelknochen verankert. Auf dem Schaft sitzt ein Kugelkopf, der den Hüftkopf ersetzt. Der Kugelkopf gleitet in der künstlichen Hüftpfanne, die im Becken verankert wird.

Endoprothesen gibt es für die unterschiedlichsten Krankheitsbilder in verschiedenen Designs, Größen und Materialien. Für jeden Menschen gibt es das passende Kunstgelenk, abhängig vom Krankheitsbild, Lebensalter, Körperbau, der Knochenqualität, aber auch den Lebensgewohnheiten und –Aktivitäten. Auch die Verankerungstechnik des Implantats, ob zementiert oder zementfrei, entscheiden wir in Abhängigkeit dieser Faktoren, wobei wir - wann immer möglich - die zementfreie Versorgung in der Regel favorisieren, auch wenn sie kostenintensiver ist.

Bei der zementfreien Verankerung fördert eine gute Knochenqualität das schnelle Anwachsen an das Implantat. Bei der zementierten Verankerung  wird das Implantat mit Hilfe eines hochwirksamen Zwei-Komponenten-Klebstoffs im Knochen fixiert.

Arthrotische Veränderungen können sehr unterschiedlich ausfallen. Sie werden in der Medizin in Stadien unterschieden. Häufig haben wir es mit lokalen Schädigungen zu tun, die nur einen bestimmten Gelenkanteil betreffen, während das übrige Gelenk noch völlig intakt ist. Als Reaktion auf diese isolierten Gelenkschädigungen wurden in den vergangenen Jahrzehnten vermehrt sogenannte „knochensparende“ Hüft-Implantate entwickelt. Wir haben einige dieser neueren Entwicklungen kritisch geprüft, für sinnvoll befunden und wenden sie in geeigneten Fällen an.

Für jüngere Patientinnen und Patienten mit einer guten Knochenqualität kann beispielsweise eine knochensparende „Kurzschaft“-Prothese die geeignete Versorgung sein. Kurzschäfte sind – wie der Name vermuten lässt – mit einer Länge von ca. 10 cm nur etwas mehr als halb so lang wie herkömmliche Hüftschäfte. 

Eine weitere Option für Jüngere ist der so genannte „Oberflächenersatz“. Hier wird der Hüftkopf nicht entfernt. Stattdessen wird eine Metallkappe auf dem Hüftkopf befestigt, ähnlich dem Überkronen eines Zahnes. Der Schenkelhals bleibt damit weitgehend erhalten. Diese spezielle Methode nach Dr. Derek McMinn kann inzwischen auf elf Jahre klinische Erfahrung zurückblicken.

Sind solche knochensparenden Varianten im individuellen Krankheitsfall nicht geeignet, dann stehen uns bewährte Hüftschaftsysteme zur Verfügung, die – wie das Hüftsystem nach Professor Karl Zweymüller - aufgrund ihres jahrzehntelangen Erfolges als „Standardversorgung“ gelten. Dasselbe gilt für die Hüftpfannen, die in den Knochen eingepresst oder eingeschraubt werden und bei deren Auswahl wir ebenfalls sehr genau auf die klinischen Ergebnisse, die Materialien und die Eignung für Ihre anatomische Situation achten.

Wenn es das Krankheitsbild zulässt, greifen wir auf minimal invasive Operationsverfahren zurück. Dabei geht es weniger um kleinere Hautschnitte mit kosmetischem Effekt. Vielmehr werden dabei Muskeln, Bänder und Sehnen, die unter der Haut liegen und das Gelenk umgeben, geschont: Sie werden nicht durchtrennt, sondern beiseite geschoben. Die Vorteile sind in der Regel weniger Blutverlust während der Operation, eine schnellere Heilung, weniger Schmerzen und eine schnellere Rückkehr in den Alltag.